WENN UNRECHT ZU RECHT WIRD,
WIRD WIDERSTAND ZUR PFLICHT!

(Berthold Brecht)

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Salbei, Minze, Rigani…

7. Juli 2015
    Alt. Älter
    Als hundert Jahre.
    Erbaut von einem mit Namen
    Labrinos. Hatte fünf Söhne.

    Einer starb früh,
    Wohl geraten oder
    Auch weniger die andren.
    Von seiner Frau weiß man nichts.

    Später kauften es reichere Leute.
    Wochenendidylle.
    Gut, dass das Haus blieb,
    Grob, wie es anfangs war.

    Wände aus Felsgestein,
    Dick, wie mein Arm lang.
    Deckenbalken aus Pinienstämmen,
    Die vier Hände knapp umfassen.

    Durchflutete Küche.
    Ein kleines Seitenfenster.
    Ein Oberlicht.
    Für dunklere Zeiten: Kerzen.

    Eine lange Bank bewohnt
    Schon immer die Diele.
    Olivenholz mit
    Starken Lebensspuren.

    Ein Bett aus Stein
    Im größten Raum.
    Vorgestern noch mit Stroh,
    Heute von Matrazen belagert.

    Aufragende Berge
    Stehen im Fenster.
    Steil auch die Stiege
    Zum Oberzimmer:

    Bett, Kamin, uralter Sekretär.
    Vor Jahren verschifft
    Aus Kuba, erzählt man.
    Mit leerem Geheimfach.

    Mal sitz ich hier,
    Gelegentlich liege ich dort.
    Sommers aber ist Zeit vorm Haus,
    Im Avli oder höher gelegen.

    Schatten spenden
    Maulbeerbaumblätter,
    Gelegentlich auch Wolken
    Im ägäischen Blau.

    Die Küche gehört dem Winter.
    Dort steht ein Eisenofen,
    Von außen wärmend.
    Rakomolo tut’s von innen.

    Finden sich selbst gesammelte
    Kräuter, getrocknet
    Von der Decke hängend. Bergtee,
    Salbei, Minze, Rigani…

    Und,

    Was ich noch schreiben wollte:
    An jedem Platz ist viel Zeit und Raum
    Oder Raum und Zeit,
    Die Seele baumeln zu lassen.

Da sitzen. Träumen…
So ganz nebenbei aber
Perlt ein Komboloi.

~ ~ ~

Griechische Hochzeit.
Nachts tanzt die Kalaschnikow
Einen Sirtaki.

~ ~ ~

Hoch oben am Berg.
Das Kirchlein hat nur Besuch
Von Fledermäusen.
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Politischer Komparativ

7. Juli 2015
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